Exkursion Okeraue zwischen Wülperode und Göddeckenrode 26.8.2017

Ziel der gemeinsamen Exkursion des Botanischen Arbeitskreises Nordharz und des Botanischen Vereins Sachsen-Anhalt am 26.8.2017 war das Okertal bei Wülperode. Die Oker ist dort für wenige Kilometer der Grenzfluss zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Aufgrund dieser Grenzlage wurde die Oker nie begradigt oder befestigt und zeichet sich durch eine sehr beeindruckende Fließdynamik aus. Weitere Gründe für die Unterschutzstellung als NSG und FFH-Gebiet sind die Schwermetallrasen, Uferröhrichte und die auf den Kiesinseln brütenden Limikolen.

Die Schwermetallrasen sind durch die historische bergbauliche Nutzung des Harzes entstanden. Sie befinden sich leider in einem fortgeschrittenen Sukzessionsstadium und enthalten nur noch vereinzelt die wertgebenden Arten. Bei der Exkursion wurden ein Exemplar von Hallers Schmalwand (Arabidopsis halleri) und einige Bestände von Hallers Grasnelke (Armeria maritima ssp. elongata) gefunden.

Entlang der Okerufer und auf den Flussterrassen haben sich seit den neunziger Jahren sehr ausgedehnte Dominanzbestände mehrerer invasiver Neophyten entwickelt. In der Literatur bereits in den neunziger Jahren erwähnt wurden die Späte Goldrute (Solidago gigantea) auf den Terrassen und einzelne Exemplare des Japan-Staudenknöterichs (Fallopia japonica). Inzwischen bedecken die Staudenknöteriche den überwiegenden Teil der Uferterrassen. Dabei ist der Bastard-Staudenknöterich (Fallopia x bohemica) am häufigsten zu finden, Japan-Staudenknöterich und Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinensis) sind deutlich seltener. Die Knöteriche profitieren von der natürlichen Dynamik der Oker.

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist ebenfalls sehr häufig, wird aber von den Staudenknöterichen verdrängt. Das Drüsige Springkraut (Impatiens parviflora) bedeckt die Kiesterrassen im Sommer vollständig, wenn es nicht bei einem Sommerhochwasser weggeschwemmt wird. Bei unserer Exkursion waren die Folgen des Hochwassers, das Anfang August stattgefunden hatte, noch deutlich sichtbar.

Katrin Schneider

Kommentare sind geschlossen